Reisen mit einem Neugeborenen- 7 Tips und meine persönliche Erfahrung

Schon weit vor der Geburt von unserem Sohn war klar, dass endlich die Zeit für ein richtiges Ehe- und Familienleben gekommen ist. Wir waren es uns leid, ständig Flüge zu buchen, den Kalender von vorne nach hinten und von hinten nach vorne zu studieren, um herauszufinden, wie wir möglichst viel Zeit miteinander verbringen können. Zuerst wollen wir schon Mitte November aufbrechen, doch bald nach der Geburt wurde mir klar, dass wir wohl erst nach Weihnachten reisen könnten. Durch meinen ungeplanten Notkaiserschnitt war ich geschwächt und konnte den Alltag mit meinem kleinen Schreibaby kaum alleine bewältigen. An dieser Stelle gilt meiner Mama und meiner Schwester der allergrößte Dank- ohne euch wäre ich in den Wochen voll Schreien und Verzweiflung meinerseits wohl zerbrochen. Die Tage und Wochen bis Weihnachten vergingen, langsam aber doch, und plötzlich war der 7. Jänner, der Tag an dem wir aufbrechen wollten, da.

Mit zwei riesengroßen Koffern, zwei Handgepäckstücken, einer völlig überladenen Handtasche und einem Wickelrucksack brachen wir am frühen Morgen auf. Von Linz ging es nach Frankfurt und schließlich nach Riga. Es hätte auch Direktflüge von Wien gegeben, aber da wir so viel Gepäck hatten, das nicht in ein Auto passte wollten wir niemanden zumuten uns um 4 Uhr morgens nach Wien zu bringen und auch der Zug war mit dem ganzen Gepäck und unserem Baby auch keine Option.

Noch bevor ich zu den Tipps komme, möchte ich betonen, dass Alexander auf beiden Flügen und davor und danach wirklich ein Vorzeigebaby war. Wir hätten es uns nicht erträumen lassen, dass die Reise so reibungslos funktionieren würde. Doch trotz wochenlanger Planung, Recherche im Internet, usw. sind uns der eine oder andere Fehler unterlaufen. Deshalb habe ich für euch zusammengefasst, was ich nächstes Mal besser machen werde und auch was für uns gut funktioniert hat:

  • Nehmt so wenig Handgepäck wie möglich mit

Und da war er schon, der erste ungeplante Fail auf unserer ersten Reise. Ich habe eigentlich geplant, nur einen kleinen Handgepäckskoffer mitzunehmen, doch als wir unser Aufgabegepäck daheim nochmal gewogen haben, hatten beide Koffer plötzlich mehr als das zugelassene Gewicht, also mussten wir nochmal kurzfristig umpacken und hatten schlussendlich doch zwei Handgepäckstücke, was sich als ziemlich kompliziert herausstellte, wenn man bedenkt, dass wir auch noch Kinderwagengestell, Babyschale, meine Handtasche, den Wickelrucksack UND DAS BABY SELBST hatten. Ja, das Baby steht in Großbuchstaben, weil man mit einem kleinen, zappelnden Wesen auf dem Arm wirklich nicht mehr als einen Rucksack tragen kann. Also liebe Mamas und Papas, bitte macht nicht den gleichen Fehler wie wir und nehmt nur so viel Handgepäck wie nötig mit um euch die Hände frei zu halten.

  • Plant den Flug zu einer Zeit, in der euer Baby (meistens) gut drauf ist

Wir hatten die Möglichkeit, entweder abends oder früh morgens zu fliegen. Mit früh morgens meine ich 7 Uhr, denn mit Anreise zum Flughafen, früher dort sein uns Vorbereitung zuhause sind wir schon um 4 Uhr aufgestanden. Für uns war diese Zeit ideal, da unser kleiner Mann oft um 4 Uhr aufwacht und gefüttert und gewickelt werden möchte. Abends hingegen hat er meistens seine Schreizeit und das wollten wir weder uns, noch unseren Mitmenschen antun. Ihr wisst wohl am besten, wann euer Baby gut drauf ist und ich kann euch nur raten, um diese Zeit zu fliegen. Natürlich ist das keine Garantie für einen angenehmen Flug, aber zumindest erhöht es die Chance dafür.

  • Wenn ihr zu zweit reist, versucht einen Platz zwischen euch freizuhalten

Wir haben für unser Baby keinen eigenen Sitz gebucht, aber dennoch habe ich versucht, für uns beide Plätze zu reservieren, zwischen denen sich noch ein leerer Sitzplatz befindet, damit wir uns ein wenig mehr ausbreiten konnten. Auf unserem zweiten Flug gab es noch Sitze in den hinteren Reihen und mein Plan war es, den Fensterplatz und den Gangplatz zu reservieren, um den Platz in der Mitte freizuhalten. Natürlich könnten wir auch Pech gehabt haben und es hätte den Platz jemand anderer reserviert, aber bei nicht ausgebuchten Flügen werden immer zuerst die vorderen Reihen aufgefüllt und kaum jemand reserviert freiwillig einen Sitz zwischen besetztem Gangplatz und Fensterplatz. Während dem Flug muss das Baby angeschnallt auf den Eltern sitzen, aber trotzdem ist der leere Platz eine tolle Sache, denn man kann Spielzeug, Fläschchen, Gewand, ect. ablegen oder einfach mal die Ellbogen ausstrecken.

  • Holt euch Fentrinol Nasentropfen vom Hausarzt oder Kinderarzt

Kleine Babys haben sehr enge Atemwege und haben daher oft große Probleme mit dem Druckausgleich beim Starten oder Landen. Von meinem Hausarzt habe ich den Rat bekommen, dem kleinen Mann 60 bis 30 Minuten vor dem Start und bei Langstreckenflügen auch vor der Landung zwei Tropfen Fentrinol in jedes Nasenloch zu tropfen um die Atemwege etwas zu weiten. Dieser Tipp war Gold wert, denn der kleine Mann hat weder beim Start, noch bei der Landung geweint.

  • Stillt euer Baby beim Start und bei der Landung oder gebt das Fläschchen

Wie schon oben erwähnt können Babys den Druckausgleich nicht so leicht verkraften wie ältere Kinder oder Erwachsene. Da sie nicht bewusst schlucken können, ist es ratsam während dem Start und bei der Landung zu stillen oder dem Kleinen das Fläschchen zu geben, damit es automatisch schluckt.

  • Bleibt entspannt und lasst euch nicht mit dumme Blicke steinigen

Ich schreibe immer wieder von einem entspannten Flug, den wir in der Tat hatten, aber das eine oder andere Geschrei mussten wir trotzdem einstecken. Zuhause ist es ja auch nicht den ganzen Tag mucksmäuschenstill. Im Bus auf dem Weg zum Flugzeug fing der kleine Mann plötzlich zu schreien an, und wie es halt so ist brauchen selbst die geübtesten Eltern ein paar Sekunden um ein Fläschchen vorzubereiten oder die Brust zum stillen frei zu machen. In den paar Sekunden, in denen der Papa im stehen das Fläschchen gemischt hat und ich den Kleinen zu beruhigen versucht habe, kamen schon die ersten bösen Blicke und bald darauf die Tuschelei. Ich weiß, manche Menschen haben prinzipiell was gegen Kinder oder auch schlechte Erfahrungen mit Babys/Kindern auf Flügen gemacht, aber wegen ein paar Sekunden Geschrei ein Drama zu machen geht gar nicht. Ich habe mir fest vorgenommen, ruhig zu bleiben und meine Mitmenschen einfach mich Blicken zu töten- und glaubt mir, es hat funktioniert, denn mit einer wilden Mama mit Baby auf dem Arm will sich keiner Anlegen. Also liebe Eltern, bleibt entspannt, denn noch kein Baby hat einen ganzen Flug über geweint und ihr tut bestimmt alles, um es zu beruhigen.

  • Packt das Nötigste für 48 Stunden in das Handgepäck

Mir war es sehr wichtig, das nötige Wickelzubehör und die Nahrung für 48 Stunden im Handgepäck zu haben, denn man weiß nie, was passiert. Schneechaos, zu starker Wind, Probleme am Start- oder Zielflughafen sind nur ein paar Gründe, um am Flughafen festzusitzen. Da es auch sein kann, dass Gepäckstücke am falschen Flughafen landen, beim Transit nicht weitergeleitet werden oder gar verloren gehen wollten wir auf Nummer Sicher gehen und genug Ausstattung für den Kleinen dabei haben. Konkret haben wir also eingepackt:

Wickelrucksack:

  • 5 Windeln
  • 1 Packung Feuchttücher
  • 1 Wickelunterlage
  • Wundschutzcreme für den Windelbereich
  • 4 Fläschchen
  • 7 Portionen Milchpulver
  • 0,5l Stilles Mineralwasser geeignet für die Zubereitung von Babynahrung (z.B. Frankenmarkter)
  • 1 Thermosflasche gefüllt mit heißem Wasser
  • 1 Stoffwindel
  • Desinfektionsspray
  • Fentrinol Nasentropfen
  • Taschentücher
  • Wechselbody und Strumpfhose

Handgepäck:

  • 10 Windeln
  • 1 Packung Feuchttücher
  • 2 Wickelunterlagen
  • 3 Fläschchen
  • 1l Stilles Mineralwasser
  • 2 Säckchen Pre-Nahrung (bei uns DM Anfangsmilch PRE 2x je 300g) + Dosierlöffel
  • 1 Stoffwindel
  • Wechselgewand: Body, Strumpfhose, Hose, Pullover, Socken

Liebe Mamas und liebe Papas, meine Tipps sind natürlich keine Garantie für einen entspannten Flug, aber uns haben sie sehr geholfen und ich hoffe auch ihr könnt demnächst relaxt mit eurem Baby reisen.

Zum Abschluss möchte ich einmal betonen, dass wir wirklich Glück hatten und die Reise wirklich viel schlimmer verlaufen hätte können, aber ich denke dass eine gute Vorbereitung viel Stress rausnimmt und um einiges entspannter machen kann.

Bitte lasst euch nicht davon abhalten, mit eurem Baby zu reisen, denn mit entspannten Eltern stellt eine Flugreise für ein Baby keinerlei Gefahr da und rein aus meiner persönlichen Sicht kann ich sagen, dass unser kleiner Mann schon mit seinen zarten 3 Monaten sehr interessiert an allem war und die Reise ihm in keinerlei Hinsicht geschadet hat.

Alles Liebe,

Nadia

thegirlvagabond.

PS: Besucht uns auch auf Instagram und verfolgt unsere Abenteuer! Wird freuen uns über jeden Follower und über jedes einzelne Like.

 

Processed with VSCO with hb2 preset
Quengelig nach einer Stunde Verzögerung wegen starken Windes
Processed with VSCO with hb2 preset
Schlafen auf Mamas Schoß
Processed with VSCO with hb2 preset
Wir warten auf das Boarding

 

 

 

Advertisements